Pressestimmen

Mundartstammtisch

Über 60 Gäste folgten der Einladung des Vereins „Schwäbische Mundart“.

Zwischen Kleinkunst und Poetry-Slam


Tübinger Tagblatt, 13.04.2018
Andrea Bachmann

Gibt es eine weibliche Form für „Schultes“?, fragte Wolfgang Wulz, Vorsitzender des Vereins „Schwäbische Mundart“ die Kilchberger Ortsvorsteherin. „Schultesse“, konterte Gundi Reichenmiller prompt und charmant diese Steilvorlage und bewies damit, dass Dialekt kein Aufbewahrungsort für alte Zöpfe ist, sondern sich genauso entwickeln kann wie die Hochsprache. Der Verein hatte zum Mundartstammtisch ins Gasthaus „Hirsch“ geladen und über 60 Gäste – man entdeckte im Publikum Gomaringer und Stuttgarter – waren zu dieser Mischung aus Kleinkunstabend und schwäbischem Poetry Slam gekommen. Wolfgang Wulz freute sich über das volle Haus. Die Stammtische seien eine Spezialität des Vereins, der sich seit 1997 der Förderung der Vielfalt schwäbischer Dialekte verschrieben habe, erklärte er in gut verständlichem „Schorleschwäbisch“. Außerdem vergibt der Verein alljährlich den Sebastian-Blau-Preis an schwäbische Kleinkünstlerinnen und Kleinkünstler oder vermittelt Schulklassen, dass die schwäbische Mundart ein wertvolles und schützenswertes Kulturgut ist.
Als Schwäbin Glück gehabt Beim zweiten Mundartstammtisch in Kilchberg standen zwei echte Berühmtheiten der schwäbischen Kleinkunst auf der improvisierten Bühne des „Hirschen“. Zum einen eine weitere „Schultesse“: Friedel Kehrer ist nicht nur Liedermacherin und eine Hälfte des Komikerinnen-Duos „Bronnweiler Weiber“, sondern auch Ortsvorsteherin von Bronnweiler. Doris Oswald ist eine echte Veteranin der Mundartdichtung: Die 85Jährige Dichterin ist Mitbegründerin des Vereins und Sebastian-Blau-Preisträgerin. „Ich habe mir nicht ausgesucht, eine Schwäbin zu sein, aber ich habe Glück gehabt!“ Friedel Kehrer pfiff auf schwäbische Bescheidenheit, fragte sich, warum nicht alle Leute Schwaben sein können, und animierte das Publikum dazu, den Refrain ihres Frühlingsliedes gleich mitzusingen. Friedel Kehrer hat eine schöne Sopranstimme mit angenehmen Vibrato, die hervorragend zu ihren Liedern passt, die irgendwo zwischen Chanson, Volkslied und Kunstlied angesiedelt sind.
Doris Oswald kam mit einem blumengeschmückten Strohhut auf die Bühne: „Wenn man älter ist, muss man den Rahmen ein bisschen verjüngen, aber gleichzeitig muss man aufpassen, dass man nicht aus dem Rahmen fällt“, begrüßte sie ihr Publikum. An dieser alten Dame der schwäbischen Kleinkunst hätte Ottilie Wildermuth ihre Freude gehabt. Viel heiteres Geplauder und lockere Sprüche, selbstironische Koketterie mit dem eigenen Alter und schwäbischen Schwächen. Ihre Gedichte über die Komik in alltäglichen Begebenheiten sind tatsächlich bei Sebastian Blau in die Lehre gegangen. Selbst Witze, die „südlich vom Näbele“ angesiedelt sind, geraten Oswald eher charmant als derb. Klar ist dabei aber auch: Was auf Hochdeutsch ein bisschen betulich wäre, ist auf Schwäbisch warmherzig und anrührend komisch. Dazwischen sang Friedel Kehrer Chansons, die an eine weibliche, schwäbische Version von Reinhard Mey denken ließen. Überhaupt gelingt beiden Frauen das Nachdenkliche besser als die Lachnummern. Mundart ist so unmittelbar emotional und hat für jedes Gefühl ein so treffendes Wort, dass die leisen Töne sofort ans Herz gehen. Man muss Mundart nicht unbedingt nur der Spaßfraktion überlassen.

 

Schwarzwälder Bote

Begeisterung im "gnaglet" vollen Ochsen
Von Vera Bender 22.03.2018



Friedel Kehrer aus Bronnweiler unterhält die Gäste mit Charme und schwäbischem Witz.                      

Foto: Bender Foto: Schwarzwälder Bote

Der Schwabe ist "hälinge gscheit" und stolz auf seine Herkunft. Das wurde beim Mundartstammtisch in Melchingen am Mittwochabend mehr als deutlich. Melchingen. Obwohl der Schwabe an sich ja eher etwas wortkarg und eigenbrötlerisch ist, so bewies man am Mittwoch das genaue Gegenteil. Adelbert Barth, Mitglied des Vereins Schwäbische Mundart, hatte wieder einmal zum Mundartstammtisch in seine Heimatgemeinde Melchingen geladen. Und schon um "zehn vor dreiviertel Sieben", so ein Besucher, war "der Ochsen gnaglet voll", wie Barth freudig feststellte. Man rückte eng zusammen und schwäbelte, was das Zeug hielt. Ein "Reigschmeckter" hätte schon die Nennung der Uhrzeit "zehn vor Dreiviertel" nicht verstanden.
"Dorne Rosl, die faul Sau, hot 100 Johr lang gor nix dau"
Aber man war ja unter sich. Wenn heute keine "Heckascheißer" da seien, werde der Abend umso schöner, meinte Friedel Kehrer zufrieden. Sie war der Hauptgast des Abends und hat schon unzählige Auftritte im Duo als "Bronnweiler Weiber" absolviert. Dass man
Stuttgarter auf der Alb oder am Albtrauf nicht so recht leiden könne, daraus machte sie keinen Hehl. Ihre Lieder gefielen. Und bald stimmten alle in den jeweiligen Refrain mit ein. "Singt mit. Der Nachbar weiß auch nicht, was er singen muss", lud Kehrer ein. Aus dem bekannten Kinderlied "Dornröschen war ein schönes Kind" wurde auf Schwäbisch "Dorne Rosl, die faul Sau, hot 100 Johr lang gor nix dau." Wäre Adam ein Schwabe gewesen, hätte er den Apfel nicht gegessen, sondern ihn gemostet. Überhaupt sei das Schaffen für den Schwaben wichtig, deshalb solle man seine Asche besser in eine Eieruhr einbringen lassen, dann hätte man auch nach dem Tod noch etwas zu tun, so Friedel Kehrer, der man an diesem Abend gerne noch länger zugehört hätte. Aber schließlich sollte das Podium ja auch für alle anderen frei gegeben werden.
Unter den "Ersttätern" waren Ludwig Bosch aus Jungingen, der schwäbelte, wie einst eine "wilde Sau überd Heck gschanzet isch", und Karl Failenschmid aus Gomadingen, der in einer schwäbischen Einsilbigkeit mit Aneinanderreihung von Adjektiven das Leben von der Geburt bis zum Tod beschrieb. Meinrad Mauz unterhielt die Gäste, völlig unvorbereitet, mit knitzen Weisheiten und Witzen. "Was uns erst blüht, wenn du vorbereitet bis", sprach Gastgeber Barth dem Publikum aus dem Herzen, das kräftig lachen musste.
Auch "Wiederholungstäter" brachten ihre humorvollen Einlagen. Nachtwächter Willy Gastel aus Burladingen ließ tief in die schwäbische Seele blicken und bedauerte: "Keiner sieht, wenn ich Durst hab, aber alle sehn, wenn ich besoffen bin." Lokalmatador und Liedermacher Jimmy Maas beschrieb musikalisch die "Älbler" als uriges Volk, das nicht sehr gesprächig ist, dessen Dialekt ohnehin niemand versteht, das "net hudlet" und manchmal "grantlet". Als "Meister der Wortspielerei", so die Ankündigung von Seiten Adelbert Barths, reimte Jo Schmieg aus Bisingen die schwäbische Geschichte vom "Kirchhofschleichweg" und gab Einblicke in "Schmiegs Tierleben".
Den Abschluss des überaus unterhaltsamen Abends übernahmen Adelbert Barth und seine Nichte Lena mit Liedern übers schwäbische Nationalgericht "Spätzle und Schnitzel mit Soß" und dem Fasnetshit "Afangs Johr", mit dem sie beim "Närrischen Ohrwurm" den dritten Platz erreicht hatten. Wer die beiden nochmals hören will, hat dazu am 3. Mai im Theater Lindenhof Gelegenheit, wenn Aba und Lena ein Gastspiel geben. Der nächste Mundartstammtisch in Melchingen findet erst wieder am Mittwoch, 14. November, im Ochsen statt.

 


 

Mehrgenerationenwohnen
„Bronnweiler Weib“ mal ganz sensibel

 

12.12.2017
Das „Bronnweiler Weib“ Friedel Kehrer kann auch anders. Das hat sich herumgesprochen. Die schwäbische Liedermacherin präsentierte im vollbesetzten Gemeinschaftsraum des MehrGenerationenWohnens ihre selbst getexteten und komponierten Lieder in ihrer besonderen Art, die beim Publikum gut ankommt und deren Funke sofort überspringen läßt. Ihre Lieder sind gelebter Ausdruck der anderen Seite ihrer Person: gut beobachtend, sensibel für die Feinheiten des Lebens und trotzdem voll gespickt mit gutem Witz, schelmhaftem Humor und weiblichem Charme. Dem Publikum erfüllte sie auch den Wunsch, die ausgewählten deutschen Volkslieder aus Schwaben mitsingen zu dürfen. So wurde der Abend ein gut zweistündiges Erlebnis, das alle erfreute und vielen gut über den „Novemberblues“ hinweg half.


Gute Stimme – anregendes Ambiente
Auftritt am Samstag 23.9.2017

Das „Bronnweiler Weib“ Friedel Kehrer zeigte am vergangenen Samstagabend in der Kunstglaserei Gaiser & Fieber eine ganz andere Seite ihres künstlerischen Wirkens. Beim Duo „Bronnweiler Weiber“ ist sie für ihre „Schlabbergosch“ bekannt. An diesem Abend zeigte sie ihre nachdenkliche, auch lyrische Seite und ließ ihre starke und klare Sopranstimme zu ihrer Gitarre ertönen. Der Hausherr Kunstglaser, Glasermeister Rolf Bay konnte circa 50 Zuhörer zu diesem Konzert in seiner „Werkstatt“ begrüßen. Kehrers Lieder und deren Texte, die sie selbst komponiert und verfasst, präsentierte sie in ihrem bekannt breiten schwäbischen Dialekt. Sie vertritt damit eine besondere Liedart, die man nicht – mehr – so oft hört. Sie beschreibt darin das große Weltgeschehen ebenso gut wie kleine Anekdoten aus dem ländlichen Alltag ihrer Heimat Schwäbische Alb. Mit Witz, Charme und augenzwinkernder Ironie führt sie durch ihr kurzweiliges Zweistunden – Programm, unterbrochen durch eine kurze Pause. Am Ende gab es langen Applaus.

 

 

Schwäbisches Tagblatt  10.05.2017

Der Himmel schwätzt Schwäbisch

Der Seniorentreff Bühl berichtet über einen Auftritt von Friedel Kehrer. Im Himmel wird Schwäbisch gesprochen. Das und viele andere Kuriositäten hat Friedel Kehrer dem Seniorentreff Bühl verraten. Sie ist seit 37 Jahren Mitglied des Duos „Bronnweiler Weiber“ und stellte ihr neues Programm im Alten Rathaus vor. Über 30 Gäste waren begeistert. Schon lange trage sie sich mit dem Gedanken, ein Programm aus selbst verfassten Liedern und Texten zu machen. Weil sie auch Bezirksbürgermeisterin in Bronnweiler ist, fehle es ihr aber oft an Zeit. Nun ist es fertig. „M’r muss halt warda kenna“, lautet ihre Devise. Friedel Kehrer ließ das Publikum die Refrains mitsingen. Zwischen den Liedern erzählte sie Geschichten von Land und Leute, namentlich über Bronnweiler. Dort lebe es sich allemal besser als in der Metropole Stuttgart, wo man den Bahnhof neuerdings verstecke und der Ministerpräsident den Platz um den Landtag herum grün einsäen ließ, damit die Leute nicht hörten, wie seine Beamten das Geld zum Fenster hinausschmissen. Ihre Lieder handeln von allem Möglichen: vom Frühling, der über Nacht einen Kittel wärmer werden lässt, von guter Nachbarschaft, vom Backsteinkäs‘ und vom Most, der dem Schwaben die Seele wärmt: „Hoscht an Ärger, brauchscht an Trost, no‘ holscht aus dem Keller a Krügle Moscht.“ Friedel Kehrer gehört dem Kulturkreis „Schwäbische Mundart“ an. Warum es so enorm wichtig sei, den schwäbischen Dialekt zu erhalten, verriet sie auch: Er sei die Sprache, die im Himmel gesprochen wird. Als Gott die Sprachen verteilte, seien ihm die Dialekte ausgegangen. Also habe er beschlossen, dass die übrig gebliebenen Schwaben so schwätzen sollen wie er selbst.
 


 

Calw

 Auftritt bietet "vo ällem äbbes"

Von Schwarzwälder-Bote 22.03.2017

Calw-Wimberg. "Sacha ond Sächla zom Lacha ond Lächlä" – so stellten Friedel Kehrer und Sonja Schneider ihr Programm im Rahmen des Kulturprogrammes im Haus auf dem Wimberg vor.

Während Sonja Schneider so manche schwäbische Geschichte auf Lager hatte, so brillierte Friedel Kehrer mit ihrer Gitarre. Sie trug Lieder vom Frühling, das Stück "Wo ist die Zeit geblieben", ein Lied über das Nationalgetränk der Schwaben – den Most – und "Auf dem Land, da ist es schön" vor. Das nicht schwäbische Publikum bekam ihre erste schwäbische Chorprobe und sang dann nach einigen Übungseinheiten kräftig mit: "La, la, la, la!", einen typischen Refrain. Der Schwabe ist nach Sonja Schneider "die erste Wahl. So hat Gott, als es um die Verteilung der Sprachen ging, allen anwesenden Menschen eine Sprache gegeben wie Griechisch, Italienisch und so weiter. Dann kamen irgendwann auch die Dialekte dran und so gab es nun bayrisch, hessisch und sächsisch. Als der Herr zum Ende kam, stand nur noch ein Mann vor ihm und der meinte: ›Ja Herr und was isch mit mir? Welche Sproch häsch du für mi‹? Da sagte der Herr: ›Du redest halt wie ih!‹" Eigentlich lieben die Schwaben ja alle Leute – doch mit den "Stuttgartern" habe man so seine Schwierigkeiten. Man könne ja auch nicht alle lieben. So habe man lieber "ä Schneck im Salat", als einen Stuttgarter auf dem Hof. Im Weiteren kam man vom Kindergarten zum "Kindergarten der Männer" – zum Baumarkt. Zum Schluss konnten die Teilnehmer des Kulturprogrammes wirklich sagen, es gab "vo ällem äbbes" – ein guter Mix zwischen Kalauer und Texten zum Nachdenken.
 


 

 

21.07.2016

            Friedel Kehrer begeistert mit ihrem Soloprogramm


Das  Geriatrische Zentrum Esslingen lädt seine ehrenamtlichen Mitarbeiter als Dankeschön für ihr Engagement zu einem festlichen Abend ein. Es gibt es ein leckeres Buffet und beste Unterhaltung. "Die eine Hälfte der Bronnweiler Weiber", so wird Friedel Kehrer angekündigt.
Aus dem kleinen "Flecken" Bronnweiler bei Reutlingen kommt die Künstlerin nach Esslingen und nimmt die Städter aus Esslingen und Stuttgart kräftig auf die Schippe. Ihr Kabarettprogramm enthält Elemente, die dem ein oder anderen von dem bekannte Duo Bronnweiler Weiber bekannt sind. Das spontane Eingehen auf das Publikum ist gekonnt und sorgt für manche Überraschungsmomente. Schwäbischer Humor - spontan und treffsicher - so kann man das Kabarettprogramm umschreiben. Zu diesem Humor kommt bei Friedel Kehrer jetzt noch eine leise und tiefgründige Facette dazu. Friedel Kehrer knüpft dabei an die frühe Zeit ihrer Künstlerlaufbahn an. So bewegt sie das Publikum mit ernsthaften Liedern aus ihrem eigenen Repertoire. Mit ihrer klaren wunderschönen Stimme gibt sie dem Abend eine besonders stimmungsvolle Note. Abschluss bildet dennoch ein humorvolles Lied, Humor tut einfach gut! Die rund 100 Ehrenamtlichen des Geriatrischen Zentrums sind begeistert von dieser neuen Facette der "einen Hälfte der Bronnweiler Weiber".

Esslinger Zeitung vom 18. Februar 2016
Mehrgenerationenwohnen
Gute Stimme – beste Stimmung

 


Die „Bronnweiler Weiber“ mit Friedel & Märy sind bekannt für ihre „Schlabbergosch“. Jetzt hat eine der beiden gezeigt, dass sie auch noch anders kann. Sie kündigte an mit „Sache ond Sächle, lache ond Lächle“. Etwa 60 Zuhörer vom Zollberg und aus der Stadt verfolgten ihren abendlichen Auftritt im Gemeinschaftsraum des Mehrgenerationenwohnens der Baugenossenschaft Esslingen, der bis auf den letzten Platz besetzt war. Friedel Kehrer sang vor einem weitgehend weiblichen Publikum, was den Initiator Franz Schneider nicht verwunderte: „ Frauen haben eben die bessere Antenne für das Feinsinnige“, meinte er bei der Begrüßung. Die Sängerin begleitete ihre Lieder gekonnt mit ihrer Gitarre und führte mit Witz, Charme und Augenzwinkern durch ihr kurzweiliges Programm.


Wie sie den Besuchern verriet, war dieser Abend im schwäbischen Dialekt und mit Eigenkompositionen teilweise eine Premiere: sie hatte manche der Lieder bisher noch nicht öffentlich vorgetragen. Schon mit ihrem ersten Lied „Friehling“ (Frühling) gewann sie die Herzen der Besucher. Das Lied beschreibt feinfühlig den heimlichen Übergang vom Winter zum Frühling. Der löst bekanntlich in den Herzen der Menschen Freude aus. Überhaupt vermitteln Friedel Kehrers Lieder treffend das Leben in seiner bunten Vielfalt. Sie packt Probleme der Menschen in gefällige Melodien. Mit ihrem urwüchsigen schwäbischen Dialekt trifft sie das Herz und die Mentalität der Schwaben. So auch in dem Lied mit dem Titel „Läufts Rädle im Dreck“, das dieses Wechselspiel humorvoll und heiter beschreibt – die Tiefen nicht verschweigt, wenn es nicht so läuft, wie wir es gerne hätten. Auch hier sang das Publikum ermuntert, das Wichtige im Leben zu erkennen statt sich über das Unwichtige zu ärgern. Im zweiten Teil des Konzerts sang Friedel Kehrer mit dem Publikum auch schwäbische „Hits“ wie das Lied „In Mutters Stübele“ oder „Es schneielet, es beielet“ – und das Publikum ging begeistert mit. Am Ende gab es einen langen Applaus und die Besucher gingen mit einem Lied auf den Lippen nach Hause.
 

 

 

Benefizliederabend in der Reutlinger "Fläsch"

Friedel Kehrer sang eigene Lieder

 

In seiner Begrüßungsansprache ging Herbert Hübner vom Trägerverein "Kultur unter den Leuten" auf eine Besonderheit des Veranstaltungsortes ein. "Wir befinden uns hier im ehemaligen Herzen von Reutlingen".Das Gebäude diente schon im 13.Jahrhundert als Armen und Siechenhaus. Heute versteht sich das Lobbyrestaurant als Kulturtankstelle. Auch sozial Schwächere haben Kulturbedürfnisse. Es finden immer wieder Vernissagen und Vorträge statt. So auch dieser Liederabend mit Friedel Kehrer, die auf Gage verzichtete. Die Liedermacherin startete ihr Programm mit einem topaktuellen, jahreszeitlichen Lied über den einziehenden Herbst. Sie sinnierte über das "Rädle" das immer im Dreck läuft und sang mit glockenklarer Stimme über die Zeit die uns immer davon läuft. Beim Song "Blos für Di" konnte sich jeder Besucher persönlich angesprochen fühlen. Heimatliche Gefühle kamen beim Lied " Hendrm Stöffelberg" auf. Stimmung in den Saal brachte ein Lied über das schwäbische Nationalgetränk Most von Harald Immig. Auch ein Liebeslied war dabei:                  "D Schublädleslieabe" bei dem der Text aus einem Gedicht von Doris Oswald, Metzingen stammt. Auch eine eigene Kurzgeschichte über ihr Dorf Bronnweiler wurde von Friedel Kehrer vorgelesen. Fazit: Eine durchweg positive, fast            2 Stunden dauernde Veranstaltung, bei der vor allem Freunde der schwäbischen Mundart auf ihre Kosten kamen. Wenn      beim nächsten Mal ein paar Besucher mehr den Saal füllen, wäre ein erneutes Konzert durchaus zu empfehlen.

RoSe



Reutlinger Generalanzeiger - 07.06.2013

Friedel Kehrer beim Oferdinger Kirchgartenmauerfest

 

Musik Ein/Aus

09.09.2012 -  An der Oferdinger Kirchgartenmauer

 

REUTLINGEN-OFERDINGEN. »Es ist wirklich überwältigend.« Hans-Peter Brenzel, Pfarrer der evangelischen Clemenskirche in Oferdingen, war fast schon gerührt, als er den Blick auf die voll besetzten Bierbänke auf dem Vorplatz seiner Kirche richtete. Die Bürger waren in Strömen gekommen, um sich bei einem gemütlichen Hock ein Bild von der Kirchgartenmauer zu machen. Und die Oferdinger staunten nicht schlecht, erstrahlt die Mauer doch nach einer aufwendigen Sanierung in neuem Glanz.

Buntes Programm

»Das ist wirklich schön geworden«, war immer wieder zu hören. Und auch der ehemalige Bezirksbürgermeister Dieter Gehr  zeigte sich begeistert: »Das ist hier fast wie das Blühende Barock - es fehlen nur die Blumen.« Bei herrlichem Spätsommerwetter nahm der Festtag seinen Lauf. Die Besucher wurden kulinarisch verwöhnt und bestens unterhalten. So waren unter anderem auch Lieder der Mundartsängerin Friedel Kehrer (dieses mal solo) zu hören und Darbietungen der Kindervolkstanzgruppe vom Schwäbischen Albverein zu sehen.



 

Pressebericht Reutlinger Generalanzeiger vom 22.05.2012

von links: Dago de Levie, Friedel Kehrer und Walter Dieterle in der Bronnweiler Festhalle    Foto: RoSe

 

 Konzert - Die Bezirksbürgermeisterin als Folk-Sängerin:

 Friedel Kehrer stellt mit Walter Dieterle und Dago de Levie  in der Turn- und Festhalle ihre erste CD »Aldershalbr« vor

Die Nachtigall von »Brooweila«

VON ARMIN KNAUER

REUTLINGEN-BRONNWEILER. Nun hat Reutlingen neben dem singenden Finanzbürgermeister auch noch eine singende Bezirksbürgermeisterin. Im Gegensatz zu ihrem Kollegen Peter Rist, der das große Showbusiness anpeilt, ist Friedel Kehrer bei der Vorstellung ihrer Debüt-CD »Aldershalbr« bemüht, den Ball flach zu halten. Man trifft sich bodenständig in der Bronnweiler Turn- und Festhalle, und das Ganze läuft sehr familiär ab. »Ihr wissed scho, des isch 's arscht Mol!«, schmunzelt die Sängerin, als sie ein Gitarren-Intro versemmelt.

Anfangs ist von der Kommunalpolitikerin und Kabarettistin (»Bronnweiler Weiber«) am frühen Sonntagabend allerdings kaum etwas zu hören. Walter Dieterle und Dago de Levie übertönen sie mit Donnerhall an Gitarre und E-Bass. Nur widerwillig lässt Dieterle sich überreden, zurückzudrehen. »Wem des z' laut isch, der isch halt z' alt für Rock 'n' Roll«, brummt der Rock-Veteran, dreht dann aber doch leiser. Der Glemser Hirschwirt ist von seiner Band Maybug eben eine ganz andere Töne gewöhnt.
 

Die Soundgewitter legen sich

Sobald die Soundgewitter sich gelegt haben, entfaltet sich die glockenreine Stimme Friedel Kehrers wie Sonnenschein. Eine helle Stimme voller Wärme, in den hohen Lagen flötenartig fein. Dabei energiegeladen und mit dem Tick Schärfe, der verhindert, dass das Ganze süßlich wird. Das wird es ohnehin nicht, denn es sind meist nachdenkliche Songs, die sie singt. »Guat muss ma sei« rechnet mit der Leistungsgesellschaft ab, »Lauft's Rädle em Dreck« nimmt die Tage in den Blick, in denen alles schief läuft. Anfangs liegt der ein oder andere Einsatz einen Tick zu hoch, aber diese Nervosität ist bald verschwunden.

Showmäßig hält sich die Sängerin ganz zurück und das ist wohltuend, denn ihr Gesang, schlicht und doch sehr eindringlich, genügt allemal, um die Halle zu bannen. De Levie am Bass und Dieterle an der Gitarre verschaffen ihr, einmal gebändigt, ein kompetentes Rhythmuskorsett und steuern einige schöne Soli bei, Dieterle auch an der Mundharmonika. Stimmig, aber intonationsmäßig nicht immer perfekt in der Spur sind ihre Background-Gesänge.

Den Showteil überlässt Kehrer jedenfalls an diesem Abend anderen. Ihrer Kabarett-Partnerin Märy Lutz zum Beispiel. Die moderiert kess, ohne sich vorzudrängen. Oder Walter Dieterle: Wenn er sich schon als Rocker zurückhalten muss, lässt er wenigstens ein paar Spitzen vom Stapel. Die Proben der Songs in tiefstem Bronnweiler Schwäbisch hätten ihn an den Türkei-Urlaub erinnert, witzelt er. Und die klaren Kommandos von Märy Lutz wollen mit seinem Freiheitsdrang nicht zusammenpassen. Worauf er sich von Lutz den Spruch einfängt: »Mir send hier ed en Glems, sondern en Brooweila, bei ons hot dui Sach a Ordnong!«

Bekenntnis zum »Flecka«

Überhaupt »Brooweila«: Das Bekenntnis zum »Flecka« ist Kern des Abends und entlädt sich in herrlichen Geplänkeln zwischen Märy Lutz und dem Glemser Dieterle. Und Friedel Kehrers Gesang ist Folk-Musik im eigentlichen Sinn: Musik, die von der eigenen Verwurzelung spricht, ohne die Schattenseiten zu verdrängen. Sie klingt mal nach Cat Stevens, mal nach Country und rockt düster, wenn es um das Kreuz eines Verunglückten am Straßenrand geht.

Am Ende geht dann doch der Rocker mit Walter Dieterle durch. Da fährt er der Sängerin mit der Mundharmonika wie wild in die Parade und setzt zu einem ekstatischen Schluss-Solo an. Aber an einem Abend, der so grundlegend von der unverstellten Ehrlichkeit seiner Akteure lebt, darf eben auch der Rocker seine Wurzeln nicht verleugnen. (GEA)



Pressebericht Reutlinger Generalanzeiger vom 11.05.2012

»ALDERSHALBR« - Kontrastprogramm: Friedel Kehrer präsentiert sich als Liedermacherin mit ernsten Texten

Bezirksbürgermeisterin hat andere Saiten aufgezogen

Von Andrea Glitz

REUTLINGEN-BRONNWEILER. Friedel Kehrer hat keine Angst vor Gegensätzen. Als die eine Hälfte der »Bronnweiler Weiber« macht die Bronnweiler Bezirksbürgermeisterin und FWV-Stadträtin seit drei Jahrzehnten schwäbisches Schlabbergosch-Kabarett deftig bis derb.

 

Feilen noch am Zusammenspiel: Friedel Kehrer, Walter Dieterle (links) und Dago de Levie vorm Glemser Hirsch. FOTO: Andrea Glitz

Nun zeigt Friedel Kehrer auf der Bühne eine ganz andere Seite. Als Liedermacherin präsentiert sie selbst geschriebene Musik und Texte über Liebe, das Leben und seine Hektik, Vergänglichkeit. Als Ortsvorsteherin und Stadträtin hat die Mutter von vier Kindern viel mit Menschen zu tun und erlebt nach eigenem Bekunden so viel »Tieftrauriges«. Daher die Lust auf ein Kontrastprogramm zum ulknudeligen Bronnweiler Weib. »Ich wollte Musik machen, die die Ernsthaftigkeit des Lebens 'rüberbringt.« Mit heller Stimme und Gitarre verarbeitet sie die Schattenseiten des Lebens musikalisch. Unterstützung kommt vom Glemser Hirsch-Wirt Walter Dieterle. Er war einer derjenigen, die Kehrer ermuntert hatten, mit ihren 53 Jahren an ihre Vergangenheit anzuknüpfen. Als junge Frau hat sie in den 70er-Jahren schon Folkmusik gemacht und ist sogar mit Thomas Felder und anderen Größen aufgetreten.Der Dritte im Bunde von »Aldershalbr« ist Dago de Levie. Es zupft den Bass als einziger Profimusiker im Terzett: ein freundlicher Friese, der bei der Probe im Glemser Hirsch den Mund nur zum Singen aufmacht. Zum Schwäbisch Singen wohlgemerkt. Alle Texte sind in Mundart geschrieben. Ein gutes Dutzend Lieder hat das Trio zusammengestellt. Kehrer hat einiges Geld in die Hand genommen und 500 CDs produzieren lassen. Am Sonntag, 20. Mai, tritt das Trio erstmals öffentlich auf. Die Ambitionen der drei sind noch überschaubar. »Wir sind zu alt, um entdeckt zu werden«, glaubt Walter Dieterle. Aber natürlich hoffen alle auf positive Resonanz und ein paar Engagements: So an die zwanzig Auftritte im Jahr stellt sich der Hirsch-Wirt dann doch vor.